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Augustyn Łukosz 1884 - 1940 Bearbeiten

Geboren 17.8.1884 in Stonava / Stonawa
Gestorben 27.10.1940 in Gusen

Biografie

Augustyn Łukosz kam im heute in Tschechien gelegenen Stonava zur Welt. Der Eisenbahner war in Łąka wohnhaft und besaß die polnische Staatsangehörigkeit. In Stonava besuchte er drei Jahre lang die polnische Volksschule, seine weitere Ausbildung erwarb er als Autodidakt. Ab seinem 15. Lebensjahr arbeitete er in den Minen. Schon als junger Mann engagierte er sich in der sozialistischen Bewegung, und später war er ein prominenter Aktivist der Polska Socjalistyczna Partia Robotnicza (Polnische Sozialistische Arbeiterpartei). Ab 1908 leistete er seinen Militärdienst in Kołomyja.

Nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er an die Ostfront geschickt. Nach Kriegsende und seiner Rückkehr nach Hause wurde er ein Unterstützer von Genossenschaften und Arbeiterhäusern. Er war Aktivist in vielen polnischen Organisationen, Kultur- und Bildungsverbänden, Organisator des Arbeiter-Bildungs- und Gymnastikvereins Siła (Stärke). Wegen seines Gesundheitszustandes ging er 1937 in Ruhestand. Nach der Annexion von Zaolzie durch Polen wurde er zum Mitglied des Sejm von Schlesien gewählt. Er wurde am 17. September 1939 von der Gestapo verhaftet und bis zum 12. Dezember 1939 im Internierungslager Skrochovice bei Opava gefangen gehalten. Nach einiger Zeit wurde er freigelassen, jedoch erneut am 16. April 1940 verhaftet und in Cieszyń inhaftiert. Von dort kam er mit einem Massentransport ins KZ Dachau. Am 5. Juni 1940 wurde er ins KZ Mauthausen/Gusen deportiert. Er starb am 27. Oktober 1940 in Gusen.

Jerzy Klistała

Jerzy Klistała ist Autor von über 15 Büchern zu polnischen Opfern des Nationalsozialismus zwischen 1939–1945, die Biografien von ehemaligen Häftlingen der „Polenlager“ und von Häftlingen nationalsozialistischer Konzentrationslager enthalten.

Aus dem Polnischen von Katharina Czachor

 

Literatur:

Jerzy Klistała: Martyrologium mieszkańców Zaolzia w latach 1939-1945, Tom II – słownik biograficzny [Martyrologium der Bewohner von Zaolzie in den Jahren 1939-1945, Band II – Biographisches Lexikon] (Cieszyn 2013).

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